Problematischer Teilewechsel Klein Adler 1

Hier möchte ich darüber berichten, welche Probleme bei mir auftauchten, wenn ich Teile von verschiedenen Maschinen untereinander oder miteinander tauschen wollte.

In der Hoffnung das es künftigen Restauratoren eine Hilfe ist, schreibe ich das auf.

KLEIN ADLER 1, Bj. 1918 und Bj. 1920

Klein Adler 1 1920 fertig 3

Tastatur austauschen

Ich wollte zwei nicht mehr so schöne Klein Adler 1 Maschinen zu einer schönen kombinieren. Die eine, deren Gehäuse und einige Innereien ich nahm, stammte aus dem Jahr 1920. Die andere, aus der ich Tasten und weitere Kleinteile entnehmen wollte, stammte aus dem Jahr 1918. Also nur zwei Jahre Unterschied. Und doch gab es hier und da Probleme.

Die Tasten zu wechseln stellte sich zunächst als einfach heraus. Alles passte gut zusammen, bis … ! Ja bis ich die Taste „W 2“ einsetzten wollte. Der kleine runde Teller am Ende der Taste war deutlich dicker als der Teller der anderen Tasten. Er ließ sich nicht in die Führung in das Typengehäuse einführen. Er sperrte derart, das eine Hebelbewegung unmöglich wurde.
Wie kann das Angehen? Ich weiß es nicht. Die Vorigen Tasten passten exakt, und die Taste „W 2“ auch. Die Maschine deren Tasten ich entnahm hatte eindeutig unterschiedliche Führungen, bzw., stärken der Führungen. Darauf war ich nicht gefasst. Mir blieb nichts anderes übrig als die Alte, nicht so schöne Taste wieder einzusetzen, wie man auf dem Foto oben sieht. Das gleiche Phänomen trat bei der „i 8“ Taste und bei der Taste für Komma, Punkt und Doppelpunkt. Offensichtlich wurde damals in den Adler Werken die Tasten per Hand hergestellt, anders kann ich mir das nicht erklären. Bei meinen Adler 7 Modellen hatte ich das Problem noch nicht. Ein Einzelfall?

Die Rückholtaste

Das Gleiche Problem. Ich entnahm der 1918er Adler 1 die Rückholtaste, polierte sie wieder wie neu auf und wollte sie in die fertig zu stellende Klein Adler 1 von 1920 einsetzten. Optisch, dessen hatte ich mich zuvor vor dem Ausbau versichert, sehen beide gleich aus. Gleiche Länge, gleiche Gelenke!
Beim Einbau allerdings bin ich schon am Gehäuse gescheitert. Die schöne Taste war um einen Hauch dicker und der Schlitz im Gehäuse war um einiges enger als bei der anderen. Ich konnte es kaum glauben, damals hatten die offenbar verschiedene Gussformen für das Gehäuse der Maschinen. Ich legte beide Tastenstränge nebeneinander und wurde noch mehr überrascht. Man sieht es auf dem Foto.

Adler 1 Rückholtaste 1

Dann war da noch eine geringe Abweichung der Form, und das konnte ich vor dem Ausbau nicht sehen, weil der Teil der Taste durch das Gehäuse läuft. Und zwar genau der Teil der verändert wurde. Siehe Foto unten!

Adler 1 Rückholtaste 2

Passt also nicht. Auch hier blieb mir nichts anderes übrig als die alte Taste wieder einzusetzen.

Adler 1 Rückholtaste Nippel 1

Die zweite Veränderung ist oben zu sehen. Die eine Taste hat einen Nippel zum fixieren in das Gehäuse. Die andere Maschine hat genau dort ein Loch und der Nippel befindet sich hier am Gehäuse und die Rückholtaste wird dort eingeklinkt.

Also Vorsicht! Ich bin jetzt wieder um eine Erfahrung reicher. Wenn ich darüber weg bin, werde ich die Tastenköpfe tauschen. Ebenso bei den „Z“ und „G“ Tasten links. Die sind sinnigerweise im Gehäuse vernietet und ohne Gewalt dort nicht heraus zu bekommen. Oder doch? Wer eine Idee hat! Bitte weiter sagen.

Trotz allem liebe ich meine Klein Adler. Sie schreibt tadellos. Und was mich begeistert, ich kann sie mir auf die Knie stellen und schreiben ohne das mir in den Beinen das Blut gequetscht wird und sie mir einschlafen, was wohl bei den schweren Adler 7 Maschinen passieren würde.

 

© 2018 Schreibstube Krempe
Fotos & Text by Heiko Stolten

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