Adler 7, jede Maschine ein Unikat

Adler Modell 7
Probleme beim Einbau und
Umbau von Ersatzteilen

• Schriftart wechseln.
• Eine 7er ohne Umlaute auf eine 7er mit Umlauten umbauen.
• Typenhebelführungskorb wechseln
• Typenhebel wechseln weil die derzeitigen verrostet sind.

Die Adler Modell 7 Schreibmaschine wurde über einen Zeitraum von beinahe vierzig Jahren gebaut. Von 1899 bis 1936/37. Das Nachfolgemodell, das Modell 37, kam 1937 auf den Markt. Das Modell 7 wurde in seiner Optik bis auf geringe äußerliche Änderungen über den gesamten Zeitraum gebaut. Technisch jedoch, und somit Hauptsächlich im Inneren verborgen, und nicht auf den ersten Blick ersichtlich, fanden mehrere Veränderungen statt. Was im Endeffekt, also heute, dazu führt das Teile einer Adler 7 nicht einfach untereinander austauschbar sind.

Im Grunde ist es purer Zufall wenn scheinbar Baugleiche Teile einer Maschine in eine andere passen. Diese passen dann oft im Zehntel Millimeter Bereich nicht zueinander. Selbst Kleinteile sind davon betroffen. Das legt für mich die Vermutung nahe, dass damals bei Adler die Schreibmaschinen einzeln und per Hand eingepasst, eingeschliffen, zurecht gebogen und eingestellt wurden.
Daher findet sich die Seriennummer wohl auch nicht nur rechts am Schlitten und am Rahmen auf der geschraubten Rahmenleiste aufgestanzt, sondern auch an verschiedenen anderen Stellen wieder. Zum Beispiel unsichtbar unter der geschraubten Rahmenleiste, sowie ebenfalls unsichtbar am unteren Rahmen, unter der Halterung der Aufzugdose.

Links: SN unter Leiste • Mitte: SN auf Leiste • Rechts: SN unter Aufzughalterung

Es mussten scheinbar alle Teile aus einer Produktionslinie stammen damit eine möglichst hohe Passgenauigkeit erzielt werden konnte. Die dann noch vorhandenen Ungenauigkeiten wurden dann per Handarbeit beseitigt. Und so ist jede Adler Schreibmaschine im Grunde ein Unikat.

Meine erste Begegnung mit diesem Problem war die Idee eine Adler 7 mit Normalschrift Pica zu einer Adler 7 mit kursiver Schrift aufzuwerten.


ADLERHORST 1905 – 1936.
Siehst Du einen
Unterschied?

Bei meinem geplanten Umbau auf kursive Schrift fiel mir erstmals auf, das die Halterungen und Führungen der Typenstangen wenigstens drei verschiedene Varianten aufweisen. Und genau dieser Umstand sabotierte meinen ersten von insgesamt drei Versuchen die Schriftart zu wechseln.
Die gewünschten Typenstangen passten nicht zu den vorhandenen Führungen.

Der zweite Versuch scheiterte daran dass ich eine Adler 7 ohne Umlaute auf ihrer Tastatur, die dafür aber mit einer sogenannten Toten Taste ausgerüstet ist, dafür nutzen wollte sie auf eine Adler 7 mit Umlauten umzubauen. Dafür muss natürlich im Korb für die Typenführung die Tote Taste ohne Nase entfernt und gegen eine aktive mit Nase getauscht werden.
Alles kein Problem – Denkt man!
Das Problem zeigte sich leider erst nach dem Umbau. Die Nase der neuen Taste, die die Wagenschaltung auslösen soll, war unwesentlich und nicht sofort sichtbar, kürzer und schmaler als bei den übrigen verbliebenen Tasten. Folge: Keine Wagenauslösung bei dieser Taste. Sie blieb sozusagen eine Tote Taste.

Führungskorb!
Er verbindet
Typenhebel mit Typenstangen.

Der dritte Versuch den ich unternahm sah folgendermaßen aus. Ich entschied den Gesamten Typenhebelkorb zu tauschen. Das funktionierte nur mit etwas Gewalt, denn die Form des Korbs war geringfügig anders. Er hätte eigentlich passend zum Rahmen eingeschliffen werden müssen, was damals bei Adler wohl auch für jede Maschine einzeln gemacht wurde. Dieser Typenkorb sprang mit etwas Gewalteinwirkung in seine dafür vorgesehene Position. Andere Körbe passten beim besten Willen nicht hinein.
Was ich jedoch nicht bemerkte war: Der Korb den ich einbaute war in seiner Gesamthöhe etwa um 5 Millimeter höher als der den ich ausgebaut hatte.

Ergebnis:
Wieder drücken die Nasen den Mechanismus der den Wagenvorschub auslöst sollen nicht weit genug hinunter. Also habe ich nun 30 Tote Tasten erhalten. Ich hätte jetzt wohl den Mechanismus hin biegen können, habe das aber aus der Befürchtung heraus ihn möglicherweise zu zerstören, oder ihn ungleichmäßig zu verbiegen tunlichst sein lassen.

Gelungen ist es mir erst als ich eine Adler 7 aus dem gleichen Baujahr fand. Beide Adler stammen von 1920. Beide Modelle haben Umlaute und keine Tote Tasten. Beide Modelle haben die gleichen Halterungen für die Typenstangen. Einzig die Tastenbelegung war geringfügig anderes. Da aber alle Baujahre der Adler 7 geschraubte Tastenköpfe haben und bisher alle Jahrgänge bei mir passten, war das also kein Problem.
Nun konnte ich endlich eine Pica Adler innerhalb von nur einer Stunde aufwerten und die Typenstangen mit kursiver Schrift einbauen.

Typenhebel wechseln – Nicht immer einfach!

Ein weiteres Problem offenbart sich dann wenn man verrostete oder unschön gewordene Typenhebel gegen schöne und makellose austauschen möchte. Hierbei sind die Führungstellerchen am Ende der Typenstangen eines der Probleme. Sie können unterschiedlich dick sein und passen dann nicht in die Führungen. Selbst innerhalb einer Maschine habe ich unterschiedlich dicke Führungstellerchen gefunden. Einfach einige Typenhebel austauschen zu wollen geht manchmal eben nicht.

Das zweite Problem hierbei kann sein, dass gleiche Typenhebel geringfügig unterschiedlich gebogen sein können. Sie passen dann ebenfalls nicht in die dafür vorgesehene Führung und laufen Schwergängig. Sie hin zu biegen ist möglich, aber eine wirkliche Fleißarbeit.

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Also immer mal wieder herein schauen.