Adler Modell 7, Baujahr 1936 mit Frakturschrift (11)

Abgeholt: Februar 2018 in Hamburg Wandsbek
Modell: Adler 7 mit Fraktur
Herkunft: Deutschland, Frankfurt
Seriennummer: 465897
Baujahr: 1936
Mechanik: Stoßstangen
Renoviert von: Heiko Stolten im Februar 2018

Ein wirklich seltenes Stück. Adler Mod. 7 mit Fraktur

Adler 7 Fraktur 1
Erstes Foto. So habe ich sie bekommen. Ein neuer Deckel ist Pflichtprogramm! Deckelschrauben auch!

Diese Dame scheint ein ganz besonderes Adler Modell 7 zu sein. Zum einen ist sie ein sehr spätes Baujahr (1936, möglicherweise eine der letzten) und zum anderen, und das ist der Knusus-Knacktus, ist sie mit dem äußerst seltenen Schriftsatz „Fraktur“ ausgerüstet, was mich als Schriften-Fan ganz besonders begeistert. Das schöne Stück habe ich in Hamburg selbst abholen können, und genau das war mein großes Glück. Der Verkäufer wollte die Adler auf gar keinen Fall verschicken – Anfragen, so sagte er, hätte er genügend dafür gehabt.

Adler 7 Fraktur 1. Schriftprobe
Erste noch sehr matte Schreibprobe mit dem Original Farbband: Ich geb’s zu, ich habe mit Photoshop ein wenig nachgeholfen, so das man es für das Foto besser sehen kann.

Eigentlich wollte ich keine weitere Adler 7 mehr haben! Aber bei diesem Schriftbild konnte ich nicht widerstehen. Die werde ich nun auch wieder herrichten. Ich musste meiner Frau aber versprechen mich jetzt wenigstens von zwei Adler 7 Maschinen zu trennen. Mache ich auch.

Adler 7 Fraktur Typen
So sieht es aus, wenn die „Typen“ der Adler 7 mit Frakturschrift ausgerüstet sind. Hier noch im ungereinigten Zustand.

Bei dieser ganz besonderen Adler, Modell 7 habe ich praktisch nur „Sauber“ machen brauchen. Und da dies schon meine 5. Adler ist, verzichte ich darauf die Fotos der auseinander genommenen Schreibmaschine zu zeigen. Das wird sonst Langweilig, denke ich.

Diese Maschine ist ein zeitgeschichtliches Dokument.

Was bei dieser Adler 7 allerdings anders ist als bei meinen bisherigen, ist zum einem, ihr sehr spätes Baujahr (1936), welches in etwa in die Zeit fällt als im 3. Reich die Anordnung erging in Zukunft Schreibmaschinen für Behörden und andere öffentliche Büros mit der Frakturschrift auszurüsten. Diese Anordnung wurde um 1940/41 herum wieder rückgängig gemacht die Frakturschrift wurde sogar verboten. Was wiederum dazu führte, dass die bereits mit Fraktur ausgerüsteten Schreibmaschinen wieder vom Markt verschwanden, bzw. auf die Antiqua Schrift oder Pica umgerüstet wurden.

Dieses Exemplar hat dieses politische hin und her überlebt. Und das, so habe ich recherchiert, ist wohl sehr selten. Wer mehr über dieses hick-hack zu jener Zeit erfahren möchte: Im Internet gibt es diverse Artikel dazu, die allemal besser sind als meine Erklärungen.
Und zum anderen ist der Stellmechanismus für das Einrücken, sowie die linke und rechte Aussentaste anders. Dazu später mehr.

Adler 7 Fraktur Tastatur fertig
Die Tastatur • Auch mit Fraktur

Ein purer „Zufall“
Oder wie die Adler zu mir kam.

Nun ja, Zufälle gibt es nicht, sage ich immer!
Für mich, als erklärter Schriften-Fan, ist diese Maschine jedenfalls etwas ganz besonderes. Ich hatte schon lange den Wunsch gehegt eine Schreibmaschine mit einem vom typischen Pica Schriftbild „normaler“ Schreibmaschinen abweichenden Schriftbild zu bekommen.

Alte Schreibmaschine, 30er Jahre“ stand als Titel in der Anzeigenbörse. Weiter unten stand im Anzeigentext das Liebenswerte Wort
Defekt“, und
„Nur an Bastler„, sowie
Nur an Selbstabholer, kein Versand„.

Und oh Wunder! Sie wurde in meiner unmittelbaren Nähe, in Hamburg angeboten. Ein unscharfes, dunkles Foto einer, wie ich sofort erkannte, Adler Mod. 7.

Noch eine Adler 7? Eine defekte zudem? „Nein, Ersatzteile hatte ich genug! Aktuell habe ich von einem Sammler einen ganzen Karton voller Adler 7 Ersatzteile geschenkt bekommen. Außerdem habe ich bereits 4 Adlerdamen, und 2 davon mit einem wunderschönen kursiven Schriftbild.

Und das ich mal eine Schreibmaschine mit Fraktur ergattern könnte, und auch noch eine Adler 7, lag jenseits meiner Vorstellungskraft. Auf Internet Auktionsbörsen wurden manchmal Schreibmaschinen mit Fraktur angeboten. Jedoch zu Preisen die jenseits dessen lagen, was ich je für eine Schreibmaschine ausgeben würde. Da wurde zum Beispiel eine Klapp-Erika 3 mit Frakturschriftsatz für über 600 Euro angeboten. Oder eine Continental für über 800 Euro. Somit hatte ich den Wunsch eine Frakturmaschine zu besitzen zwar noch nicht gänzlich begraben, jedoch als  höchst unrealistisch für mich erachtet.
Ja, das ist die Sache mit dem „los lassen!“

Und dieses unterbelichtete, unscharfe und schiefe Foto?! Darauf waren kaum Details zu erkennen. Aus mir unerfindlichen Gründen zoomte ich das Foto dennoch hoch und konnte vage erahnen das die Tasten scheinbar, ich glaubte zu phantasieren, mit Frakturschrift ausgerüstet sind. Ich konnte es kaum glauben. Ob die „Typen“ wohl auch mit Frakturschrift ausgerüstet sind? Wäre das so, würde der verlangte Preis ein Schnäppchen allererster Güte für mich sein. Ein Taschengeld sozusagen, und dafür könnte ich die als „defekt“ angebotene Maschine bekommen. Zur Sicherheit habe ich mir, bevor ich in die Preisverhandlung gehen würde, das Foto schnell herunter geladen und mit Photoshop sichtbarer gemacht. Und tatsächlich! Da tauchten Frakturbuchstaben auf den Tasten auf!

„Soll ich“ …?
„Aber Logo, ich muss“!

Ich kontaktierte den Verkäufer sofort und bot ihm an, ich war jetzt schon völlig elektrisiert, die Maschine noch heute abholen zu können. Dafür würde ich sogar einen schon anderen ab gemachten, einen privaten Termin sausen lassen, nahm ich mir vor. Ich versuchte kurz noch seinen Preis zu drücken, worauf er schrieb, dass er viele Angebote aus ganz Deutschland hätte, die Maschine aber keinesfalls verschicken wolle. Das wäre ihm für das „Schrott-Teil“ zu aufwändig. Er wolle den Mist nur endlich los werden und nicht noch groß verpacken und zu einem Paketdienst bringen müssen. Das würde sich eh nicht lohnen für die paar Euro.
„Hmm, vielleicht eine ältere, gehbehinderte Person“?
Sein Argument, dass er vom Altmetallhänder den selben Preis bekäme, es ihm nur zu anstrengend wäre die Maschine dort hin zu befördern, ließen mich ohne weitere Verhandlungsversuche auf seinen geforderten Preis eingehen.
„Also abgemacht, 18:00 Uhr in Hamburg“!

Eine „defekte“ Adler Mod. 7 ?

Schlag 18:00 Uhr war pünktlich zur Stelle. Kurz und schmerzlos war’s!
Altbau – 2. Etage rechts –  knarrende Holztreppen, gepaart mit dem typischen Muff eines abgenutzten Vorkriegstreppenhaus. Vor der Haustür lehnte sie schon schräge am Türrahmen, die Adler, und wartete auf mich. Eingewickelt in eine große, bunte Plastiktüte eines Discounters. Ich klingelte und der Verkäufer, ein jüngerer Mann, der alles andere als gehbehindert war, öffnete und sagte nur knapp:
„Ich weiß aber nicht, ob sie noch zu reparieren ist, die schreibt nicht mehr“.
Sagte es, nahm das Geld das ich ihm abgezählt entgegen streckte an sich und überließ mich im Treppenhaus der mehr als notdürftig eingetüteten Schreibmaschine.
„Klack“,
jetzt erlosch auch noch das Licht im Treppenhaus. „Komischer Kauz“ dachte ich und drückte erneut den Knopf für das Treppenhauslicht. Draußen war es schon zappenduster.
Später stellte sich heraus, Sie, also die Maschine, konnte gar nicht schreiben. Das Aufzugband war abgelaufen, aber völlig intakt, sogar noch mit dem Haltenippel. Naja, und das Farbband war logischerweise vertrocknet. Fast alle Typen, bzw. Tasten waren gedrückt. Also Typengedränge vorm Anschlagsort! Das waren die vom Verkäufer beschriebenen „Defekte“. Einige der häufigsten von Verkäufern diagnostizierten „defekte“ bei Schreibmaschinen mit der Stoßstangenmechanik. Typen in die Ausgangsposition bringen – und läuft – Defekt behoben!

Im Feuerzeugschein

Ich schleppte also meine Beute zum Auto und wollte dort versuchten die Typen der Adler mit dem Feuerzeug auszuleuchten. Ganz schön funzelig! Ich war aber so was von gespannt und hibbelig und konnte nicht abwarten bis ich nach zuhause kam. Eine Stunde? Das hätte ich nicht ausgehalten. Ob ich hier auch, so wie auf der Tastatur, die ersehnte Frakturschrift finden würde?
Die Maschine auf dem Beifahrersitz abgestellt … „Klick-klick-klick“, das Feuerzeug war wohl von der Kälte etwas ermattet und sprang nicht sofort an. Aber dann, nach dem gefühlt zehnten Versuch, flackerte ein müdes Flämmchen auf!
Tatsächlich – Boah ey“, Frakturschrift auch auf den Typen, und alle sind vollständig vorhanden.
Was bin ich doch für ein Glückspilz, dachte ich. Diverse Interessenten aus ganz Deutschland buhlten um diese Maschine, und ich bekomme sie, weil ich der einzige war der sie sofort abholen konnte, um den Verkäufer von seinem „Haufen Schrott“ befreien zu können. Ich sehe noch jetzt seinen etwas verständnislosen Gesichtsausdruck der soviel zu sagen schien: „Armer Irrer, bezahlt für uralten Metallschrott“.
Wäre es taghell gewesen, alle hätten einen über beide Ohren grinsenden Typen im Auto fahren sehen können, mit einer Hand auf dem scheinbar leeren Beifahrersitz. Was der Typ da wohl gemacht hatte? Jaja, ich hab sie unterwegs schon mal getätschelt, habe ihr ein neues Leben und einen eigenen Original Holzkasten als Wohnung versprochen (den hat sie mittlerweile bekommen) , so happy war ich. Auto anlassen, Radio an, und was höre ich? „Happy“ von Pharrel Williams. Na das ist doch ein wunderbares Zeichen und eine echte Synchronizität.

Adler 7 Fraktur Tastatur
Links die Z-G Taste. und rechts die G-Z Taste. Ein- und Ausrücktaste rechts im Abdeckblech.

Besonderheiten der ’36er Adler 7

Diese 1936er Adler muss eine der letzten sein die produziert wurde. Die Besonderheit zu meinen anderen Adlerdamen sind die beiden äußeren Tasten.  Die vorigen Modell haben zwar auch links und rechts diese vorstehenden Tasten. Nur war die Linke bei den Vormodellen für  die Großschreibung und für die Sonderzeichen zuständig. Bei dieser späten Adler 7 haben beide Tasten ein und die selbe Funktion, Großschreibung und Sonderzeichen. Die rechte Taste war vorher zum Ein -und Ausrücken. Dieses übernimmt nun der kleine Hebel im Abdeckblech rechts über der G-Z Taste. Und ich muss sagen, so funktioniert das viel besser. Also mal eine gute Änderung der Adler, die mich für die anderen Modelländerungen, die mich ein um’s andere mal bereits verzweifeln ließen, etwas versöhnlich stimmt. Obwohl ich die rechte „G-Z“ Taste nie benutzen werde. Das ist mir zu umständlich, die hätte auch weg bleiben können, aber es sind ja imaginär die Flügel der Adler Dame.

Adler 7 Fraktur von unten2
Und so sieht sie von unten aus. Im Originalzustand. Picobello und Blitz sauber. Die Mechanik ist etwas anders als bei den früheren Adler 7 Modellen
Adler 7 Fraktur ohne Stellschraube
Stellschraube neben der Aufzugdose ist bei diesem Modell verschwunden und nach unten verlegt worden, und die Aufzugschnur ist noch nicht gespannt.

Eine weitere Änderung ist der Spannmechanismus mit der das Aufzugbändchen um die Aufzugdose gespannt wird. Die seitliche Stellschraube zum Spannen der Aufzugdose (mal Schraube, mal vorstehender Drehknopf) ist nach unten gerutscht. Jetzt wird die Aufzugdose von unten gespannt, (das Zahnrad auf dem Foto der Unterseite oben rechts.) was ich persönlich als umständlich empfinde. Aber egal, diese Funktion braucht man sowieso so gut wie nie. Es sei denn das Original Aufzugbändchen reißt irgendwann einmal, und ich muss es ersetzen.

Alles in allem macht die Adlerdame, nachdem ich sie erstmalig in Augenschein genommen hatte, einen sehr guten Eindruck. Kaum Rost oder Patina. Nur Staub der sich leicht wegblasen lässt, und die üblichen Nikotinablagerungen. Leider ist die Andruckwalze eingedrückt, was den Rückschluss zulässt, dass die Maschine viele Jahre lang unbeweglich, vielleicht seit den 1940er Jahren, herum stand.  Dafür habe ich aber Ersatz. Des weiteren ist da ein kleiner Bruch im Typengehäuse. Genau da wo rechts die Taste zum entsperren sitzt. Man sieht es nicht, man bemerkt es beim schreiben nicht, und es tut der Funktion keinen Abbruch. Dennoch überlege ich wie ich das reparieren kann. Ich habe versucht ein Typengehäuse einer früheren Adler darauf zu setzen, was aber leider im Bereich von Millimeter Bruchteilen nicht passte. Schweißen lassen? Metallkleber? Löten lassen? Ich weiß es noch nicht. Ich lasse es erst einmal so. Ich habe die Stelle  vorsorglich und vorerst mit einem kräftigen Magneten fixiert. Ansonsten war die Schreibmaschine vom ersten Moment an leichtgängig und voll funktionsfähig.

Reinigen, putzen, polieren – Schreiben!

In genau dieser Reihenfolge ist die Adlerin in meinem Schreibmaschinen-Schönheitssalon bedient worden und hat mich dafür mit ihrem umwerfenden Schriftbild belohnt.

Adler 7 Fraktur Seriennummer

Serien-Nummer am Schlitten. Hier noch im unbearbeiteten Originalzustand.

Gereinigt habe ich teils mit Benzin und mit Spiritus, einer harten und einer weichen Zahnbürste, sowie mit Druckluft. Den Rostlöser konnte ich beiseite lassen. Zum aufpolieren des Lacks nehme ich ganz normalen Lackreiniger aus der Autopflegeabteilung. Und für den Hochglanz sorgt dann Hartwachs, ebenfalls aus der Autopflege. Ich dachte mir, was für meinen Autolack gut ist, kann für  den Schreibmaschinenlack nur gut sein. Im Nachhinein haben mir sogar professionelle Schreibmaschinen-Sammler erzählt, dass sie es genau so machen. Meine schwarzen Damen glänzen jedenfalls um die Wette. Meine selbst gesteckte Vorgabe ist: Ich reinige und poliere, lasse aber die Zeichen der Zeit, also Abnutzungen und Abstoßungen bestehen. Und wenn sich Chromteile partout nicht auf Hochglanz bringen lassen wollen, dann bleibt das auch so. Wichtigste Priorität für mich ist es, dass die Maschine anschließend wieder tadellos und leicht zu beschreiben ist. Nun ja, und gefallen muss sie mir optisch. Somit habe ich jetzt eine tadellos funktionierende Schreibmaschine die mir optisch gefällt, und dazu noch mit einem tollen Schriftbild protzt.

Adler 7 Fraktur 1. Schriftprobe nach der Reinigung
Die Belohnung! Man sieht’s! Gar nicht so einfach Fehlerlos mit ihr zu schreiben. Hier noch mit dem alten aber schon aufgefrischten Original Farbband. Mittlerweile hat sie aber ein nagelneues Farbband erhalten.

Dies war das nur erste Blatt Papier welches die Adler und ich nach der wieder in Dienst Stellung geschrieben haben. Nachdem ich noch einige etwas unwillige Tasten justiert hatte, schreibt sie jetzt wieder wie eine neue Schreibmaschine. Einen neuen, schöneren Deckel hat sie auch bekommen. Ebenso bewohnt sie jetzt einen neuen Original Holzkasten zum abschließen.
Die Adler hat bereits einige Seiten produziert und ihren Alltagstest mit Bravour bestanden. Offensichtlich ist sie bei ihrem Vorbesitzer nur selten zum Einsatz gekommen, denn ihr Schriftbild ist Glasklar und gestochen scharf. So wie bei einer wenig benutzten Schreibmaschine.

Adler 7 1936 mit Fraktur (fertig)
Und hier ist sie! Fertig und mit neuem Deckel sowie neuen Deckelschrauben. Okay, der Deckel ist noch nicht der Weisheit letzter Schluss, aber besser als der Original Deckel allemal. Da kommt sicher bald ein passenderer.  Und sie hat eine Tastatur mit Umlauten, was damals nicht immer üblich war.

Tippfehler wegen ungewöhnlicher Tastatur

Was ich erst später, nach vielen Tippfehlern, bemerkte war folgendes. Die „x“ und die „f“ Tasten wurden einst vertauscht. Warum auch immer! Also mit einem kleinen Maulschlüssel die Tastenköpfe abdrehen und austauschen um fehlerfrei schreiben zu können.

Einige Tasten sind äußerst
gewöhnungsbedürftig bestückt.

Seht euch mal die „X“ Taste und die „f“ Taste an. Auf beiden verteilt ist das große und des kleine „S“. Das große „F“ ist wiederum auf einer anderen Taste, der mit dem „&“. Ebenso die „Y“ Taste, hier befindet sich unter anderem auch das „ß“. Es gibt nur ein kleines „j“, das große „J“ wird dann mit dem großem „I“ erzeugt. Ich muss die Tastatur erst erlernen um einen Fehlerfreien Brief schreiben zu können. Das habe ich heute schmerzlich festgestellt und den Brief vorerst mit einer anderen Adler 7 geschrieben. Jetzt übe ich an und mit der Fraktur-Tastatur.

Preise für Fraktur-Schreibmaschinen

Im Oktober 2018 verkaufte ein Bekannter eine 1936er Olympia Elite, die im Normalfall, also mit Normalschrift, für 20 bis 40 Euro zu haben ist, für sage und schreibe 850 Euro verkauft, und das nur weil sie mit einem Frakturschriftsatz ausgerüstet war.

Ob ich meine auch verkaufen würde? Ich denke nicht! Es sei denn ich bekomme ein Angebot dass ich partout nicht ausschlagen kann.

© 2018 Schreibstube Krempe
Fotos & Text by Heiko Stolten

4 Gedanken zu “Adler Modell 7, Baujahr 1936 mit Frakturschrift (11)

  1. Hallo Herr Stolten,
    ich bin auf ihre Homepage aufmerksam geworden, da Sie über eine Frakturschreibmaschine geschrieben haben.
    Da habe ich doch direkt mal eine Frage, was kostet denn so eine Schreibmaschine in Frakturschrift? So etwas findet man doch gar nicht mehr und wenn, dann wollen die Leute sehr viel Geld dafür haben. Was sollte man für eine einfach so ausgeben?
    Vielleicht können Sie mir da eine Antwort als Fachmann geben?

    Freundliche Grüße

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    • Moin aus Norddeutschland
      Ja, das mit den Frakturmaschinen ist so eine Sache, es gibt sie aufgrund der Geschichte um 1940 herum nur noch sehr selten, was natürlich ihren Preis in die Höhe treibt. Hier und da hat mal eine Schreibmaschine mit Frakturschrift überlebt. Ich hatte Glück, sogar unverschämtes Glück. Ich hattee sie im Januar/Februar 2018 für 40 Euro erstanden. Wie gesagt, pures Glück über eine Kleinanzeigenbörse. Geboten wurden mir schon an die 600 Euro und mehr dafür. Mir ist der Preis jedoch Zweitrangig, ich liebe Schriften, und diese Maschine besonders, denn ich schreibe auch damit. Und eine Antwort darauf wie viel man ausgeben sollte, kann ich Ihnen nur geben, in Anbetracht dessen was ich selbst ausgeben würde. Ich persönlich würde nie und nimmer 600 Euro für eine Schreibmaschine ausgeben. Mein Motto lautet: „Nichts ist so selten, als das es das nicht noch einmal irgendwo anders geben wird“.
      Wäre ich jedoch unheimlich versessen darauf so eine Maschine zu bekommen, würde ich das wohl ausgeben. Vor kurzem wurde eine, ich glaube es war eine Mercedes oder Continental mit Fraktur angeboten, für 1200 Euro, wenn ich mich recht erinnere. Oder eine Klapp-Erika für 800 Euro. Also die werden schon mal angeboten, nicht oft, dafür aber teuer.
      Und man muß bedenken, das solche Maschinen oft lange, sehr lange herum gestanden haben, und somit sehr nach Reinigung und Restauration schreien. Solche Maschinen sind wohl günstiger als solche die schon aufgearbeitet sind.

      Gruß aus Schleswig-Holstein
      Heiko Stolten

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      • Vielen Dank für die Rückmeldung.

        Ich bin nicht der größte Sammler, interessiere mich vor allem für die Frakturschrift und bin schon einige Zeit am suchen. Nun ist zufällig seit ein paar Wochen eine erschienen bei ebay-kleinanzeigen (https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anzeige/olympia-schreibmaschine-frakturschrift/932219506-240-19805), es steht aber Verhandlungsbasis. 50€ waren bis jetzt zu wenig.
        Nur ich weiß nicht, bis wohin ich gehen soll ohne den Wert zu weit zu übersteigen. Ich möchte ja auch später, falls ich mein Hobby doch mal aufs Eis legen, keinen all zu großen Verlust machen. Vom Aussehen her, sieht die SM gut aus. Funktioniert soll sie auch laut Text. Aber demnach auch kein so altes Modell.
        Was wäre Ihrer Meinung nach ein vernünftiger, fairer Preis?

        Ihre für 40€ ist natürlich ein Wahnsinns Schnäppchen.

        Freundliche Grüße

        Ernst Heisterkamp

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  2. Hallo Ernst
    Ich habe keine Ahnung was für so ein „moderne“ Schreibmaschine, aus den 50er oder 60er Jahren mit Fraktur gezahlt werden würde. Ist auch mal interessant zu wissen, ob die tatsächlich ab Werk damit ausgerüstet wurde, denn die Tasten sind nicht mit Fraktur ausgerüstet, sondern sind völlig dem Modell entsprechend, normal. Mir scheint, hier könnte jemand etwas nachgeholfen, sprich sich die Typen selbst eingelötet zu haben. Aber wenns funktioniert ist es ja egal. Für die, weil sie optisch nicht meinem Schönheitsideal entspricht würde ich persönlich nicht mehr als 50 bis 60 Euro ausgeben wollen. Aber das ist nur meine ganz persönliche Meinung. Sammler sehen das womöglich anders.

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